Perez Alonso … „Soziale Schutzschild“ läuft aus …
am 13. März 2026
Nach fast sechs Jahren läuft in Spanien der sogenannte „soziale Schutzschild“ aus, die Notverordnung, die seit 2020 Zwangsräumungen von Mietern in prekären Lebenslagen aussetzte. Die Regierung hat es nicht geschafft, eine neue Verlängerung vom Parlament genehmigen zu lassen. Mit der Ablehnung einer Verlängerung im spanischen Parlament ist nun der Weg frei für die Reaktivierung von schätzungsweise 60.000 bis 70.000 Räumungsverfahren, die in den vergangenen Jahren auf Eis gelegt waren. Für den ohnehin angespannten Mietmarkt bedeutet dies eine neue Eskalationsstufe.
Juristen warnen vor einer regelrechten Flut anhängiger Verfahren. Die Gerichte dürfte no in den kommenden Monaten mit einer Welle von Vollstreckungen konfrontiert werden, die sowohl private Vermieter als auch institutionelle Eigentümer betrifft. Zwar kann die Wiederaufnahme der Verfahren angesichts der chronischen Überlastung der spanischen Justiz mehrere Monate dauern, aber der juristische Automatismus ist wieder in Gang gesetzt.
Verbände wie die ASVAL (Asociación de Propietarios de Viviendas en Alquiler) begrüßen das Ende der Zwangsräumungsmoratorien. Sie verweisen auf die zunehmende Rechtsunsicherheit und die Beeinträchtigung des Eigentumsrechts, die sich negativ auf das Vertrauen der Vermieter und somit auf das Mietwohnungsangebot ausgewirkt habe. Der Verband warnt, dass eine erneute Verlängerung der Schutzmaßnahmen den Markt weiter gelähmt hätte, in einer Phase, in der die Angebotsknappheit bereits dramatische Züge angenommen hat.
Die Lage am Mietmarkt bleibt auch unabhängig davon angespannt. Im Jahr 2026 laufen hunderttausende Mietverträge aus, die während der Pandemie unter den damals geltenden Bedingungen des Mietgesetzes LAU geschlossen wurden. Nach Angaben des spanischen Verbraucherministeriums betrifft dies rund 630.000 Verträge, was etwa 1,6 Millionen Menschen betrifft. Die Preisentwicklung hat diese Dynamik weiter verschärft: Laut dem Immobilienportal pisos.com sind die Mieten innerhalb von fünf Jahren um durchschnittlich 46 % gestiegen, in Madrid sogar um über 80 %.
Für viele Haushalte wird Wohnen in den Ballungsräumen damit nahezu unerschwinglich, denn die Mietpreise haben den Anstieg der Verkaufspreise längst überholt. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 43 % der Vermieter ihre Wohnungen nach Ablauf der bestehenden Mietverträge nicht mehr für die langfristige Vermietung anbieten wollen; ein Teil weicht auf Ferien- oder Saisonvermietung aus, ein anderer zieht sich ganz zurück. Die Folge: noch weniger verfügbarer Wohnraum und steigende Preise.
Die rechtlichen und sozialen Folgewirkungen werden Spanien voraussichtlich das ganze Jahr über prägen. Sollten Regierung und Parlament keine neue Schutzregelung verabschieden oder das Mietgesetz veränderm damit die Eigentümer mehr Wohnungen zur Vermietung anbieten, dürfte sich die Zahl der Zwangsräumungen deutlich erhöhen, mit gravierenden sozialen Spannungen auf einem ohnehin überhitzten Markt.
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